Kämpferin im Herzen: Lesbischer Liebesroman (Taschenbuch)
Kämpferin im Herzen: Lesbischer Liebesroman (Taschenbuch)
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Lesbischer Liebesroman über Heilung, Widerstandskraft und den Mut, wieder zu lieben.
Um ihre Kraft zurückzugewinnen, musste sie lernen zu kämpfen.
Um ihr Herz zurückzuerobern, musste sie lernen zu vertrauen.
Kämpferin im Herzen ist eine emotionale lesbische Sportromanze, die Danis Weg zurück zu sich selbst erzählt, nachdem ein brutaler Überfall ihr bisheriges Leben zerstört hat. Auf der Suche nach Sicherheit findet sie Halt in einem Frauengym, einem geschützten Raum für Stärke, Heilung und Neubeginn.
Dort begegnet sie Logan, einer geduldigen Selbstverteidigungstrainerin, die daran glaubt, dass wahre Stärke mit Vertrauen beginnt. Mit ruhigem Atem, klarer Struktur und dem Versprechen, morgen wieder aufzutauchen. Was als Reha und Routine beginnt, entwickelt sich zu nächtlichen Dehnübungen, kleinen Siegen und dem vorsichtigen Aufglimmen einer Slow-Burn-Lesbenromanze.
Dani will nicht als zerbrochen gesehen werden. Logan weigert sich, sie als etwas anderes als ganz zu betrachten. Zwischen Pratzen, Bandagen und dem Rhythmus des Sandsacks lernt Dani, ihren Körper wieder für sich zu beanspruchen. Gleichzeitig erkennt Logan, dass Coaching ebenso sehr Zuhören ist wie Technik.
Vor der lebendigen Kulisse intensiver Trainingseinheiten und stiller Momente beim Tee nach dem Workout ist Kämpferin im Herzen ein charaktergetriebener lesbischer Liebesroman, der Konsens, Kommunikation und Aftercare in den Mittelpunkt stellt. Freu dich auf die Wärme einer Found Family im Gym, auf sanfte Nähe nach harten Tagen und auf eine WLW-Romance, die jede Berührung verdient.
Diese lesbische Romance im Sportsetting verbindet Härte mit Anmut und liefert ein emotionales Finale, das lange nachhallt.
Perfekt für Leserinnen, die lesbische Fiction, sapphische Romance, Slow-Burn-Romane und glaubwürdige Geschichten über Trauma und Heilung lieben. Wenn du lesbische Sportromanzen suchst, in denen der Kampf sowohl im als auch ausserhalb des Rings stattfindet, werden Dani und Logan dich noch lange nach der letzten Seite begleiten.
⭐⭐⭐⭐⭐ «Soooo gut! Heisse Krav-Maga-Trainerin, süsse Protagonistin, etwas Angst, zwei supersexy Szenen und ein Happy End! Was will man mehr?! Hat mir richtig gefallen!»
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Vom Opfer zur Kämpferin, von der Überlebenden zur Liebenden.
Kämpferin im Herzen ist eine Geschichte für alle, die sich ihren Weg zurück ins Glück erkämpfen mussten.
Danis Suche nach innerer Stärke und Logans Kampf, ihr Herz wieder zu öffnen, fesseln von der ersten bis zur letzten Seite. Schonungslos ehrlich, kraftvoll und zutiefst berührend erzählt dieser Roman von Heilung, Mut und der leisen, aber unaufhaltsamen Kraft der Liebe.
Unerschrocken, bestärkend und vollkommen unvergesslich ist Kämpferin im Herzen ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann.
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Buchspezifikationen
Buchspezifikationen
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217g
Vollständige Beschreibung
Vollständige Beschreibung
Als ein brutaler Überfall Danis Welt zertrümmert, bleibt sie als Gefangene ihrer eigenen Angst zurück. Ihr Gefühl von Sicherheit wird in einem einzigen gewaltsamen Moment ausgelöscht. Entschlossen, ihr Leben zurückzuerobern, sucht sie Zuflucht in einem lokalen Frauengym. Dort begegnet sie Logan, einer faszinierenden Selbstverteidigungstrainerin, deren tragische Vergangenheit Danis eigener in nichts nachsteht.
Während Logan Dani auf einer tiefgreifenden Reise vom Opfer zur Kämpferin begleitet, entsteht zwischen ihnen eine kraftvolle Verbindung. Doch Logans Wunden sitzen tief. Für sie ist Liebe ein Luxus, den sie sich niemals leisten kann. Als Danis schlimmster Albtraum zurückkehrt, wird ihr mühsam errungener Fortschritt jäh erschüttert. Plötzlich muss sie ihre neuen Fähigkeiten in der ultimativen Prüfung einsetzen, im Kampf ums Überleben.
Doch der wahre Kampf tobt im Inneren. Beide Frauen müssen die Dämonen besiegen, die sie gefangen halten, um heilen zu können, Vertrauen zu fassen und eine Zukunft anzunehmen, die es wert ist, erkämpft zu werden. In der Schwesternschaft des Gyms entdeckt Dani eine innere Stärke, von der sie nie wusste, dass sie in ihr steckt. Doch erst in Logans verstehenden Armen erkennt sie, dass ihre größte Kraft aus Verletzlichkeit entsteht. Aus jener Offenheit, die Mauern einreisst, Ängste überwindet und die Tür zur Liebe öffnet.
Schonungslos ehrlich und zutiefst bestärkend ist Kämpferin im Herzen eine emotionale Achterbahnfahrt aus Hoffnung und Herzschmerz, Angst und Triumph. Im Kern ist dieser Roman eine Geschichte für alle, die sich ihren Weg zurück ins Glück erkämpfen mussten. Eine Erinnerung daran, dass selbst unsere dunkelsten Momente das Potenzial zur Veränderung in sich tragen, wenn wir den Mut finden, wieder aufzustehen. Fesselnd, emotional aufgeladen und unmöglich aus der Hand zu legen ist dies ein Buch, das lange nachhallt.
Themen und Motive
Themen und Motive
Starke Frauen
Von Freundinnen zu Liebenden
Traumatische Vergangenheit
Slow-Burn-Romanze
Starke weibliche Hauptfiguren
Liebe heilt
Kapitel Eins - Blick ins Buch
Kapitel Eins - Blick ins Buch
DANI
Ich bin nicht betrunken.
Na gut. Ein bisschen betrunken, während ich mein
Spiegelbild über dem Waschbecken anstarre. Meine Hände
und mein Kopf fühlen sich schwerer an als sonst, und die
Frau, die mir aus dem Spiegel entgegenblickt, tut das durch
schwere Lider und mit einem verschwommenen Lächeln.
Durch die Badezimmertür höre ich immer noch die Musik
und das Gelächter aus dem Rest der Bar. Die anderen
Gäste sind noch lange nicht bereit, Feierabend zu machen.
Es klopft an der Tür, ich schrecke zusammen und sehe
auf. «Ja?»
«Ich wollte nur sicherstellen, dass du nicht reingefallen
bist.»
Ich schnappe mir meine Handtasche vom Waschbe‐
cken, schließe die Tür auf und trete wieder hinaus, dorthin,
wo meine Freundinnen warten. Abby lehnt an der Wand
und wippt rhythmisch mit dem Kopf im Takt der Musik,
Beth steht neben ihr und starrt auf ihr Handy.
2 RUBY SCOTT
«Euer Taxi ist da, oder?», frage ich. Beth nickt und
steckt ihr Handy weg.
«Steht draußen. Kommst du mit?»
Wir gehen zusammen hinaus auf die Straße, angeführt
von Abby, die immer noch tanzt. Die kalte Luft ist erfri‐
schend, als sie nach der heißen, stickigen Barluft mein
Gesicht tri#t. Wir treten gemeinsam auf den Bürgersteig,
und ich atme tief ein, schließe für einen Moment die
Augen. Besser als ein Glas Wasser. Es hilft, mich ein wenig
aufzuwecken.
«Bist du sicher, dass du nicht mit uns ins Taxi steigst?»,
fragt Abby.
Sie ist betrunkener als ich. Während wir an der Stra‐
ßenecke stehen, schwankt sie leicht und kämpft darum, ihr
Gleichgewicht auf dem Bürgersteig zu halten. Ihr Mund ist
zu einem schmalen Strich zusammengepresst, den ich nur
von Menschen kenne, die betrunken sind, aber versuchen,
nicht so auszusehen. Trotz aller Mühe fällt es ihr schwer,
mich richtig zu fokussieren. Die letzten beiden Tequila-
Shots, auf denen sie bestanden hatte, bevor wir gegangen
sind, müssen bei ihr angekommen sein.
«Ich wohne nur ein paar Blocks entfernt», versichere
ich ihr mit einem kleinen Lächeln. «Konzentrier dich
einfach darauf, heil nach Hause zu kommen, ja?»
Sie summt zustimmend und schenkt mir dieses
verschwommene Lächeln, das nur jemand hat, der
betrunken genug ist, jederzeit umzukippen. «Mm. Mach
ich.»
Beth, die Älteste von uns und unsere ino$zielle Mutti-
Freundin, ist wie immer die Nüchternste. Als sie Abby zum
Bordstein torkeln sieht, packt sie ihren Arm und zieht sie
zurück. Sie seufzt schwer und wirft mir diesen genervten
Blick zu, den ich schon unzählige Male gesehen habe.
KÄMPFERIN IM HERZEN 3
«Bist du sicher, dass du nicht mitkommen willst?»
Mir wird klar, dass das Angebot fast genauso sehr ihr
gilt wie mir. Wenn ich mit ihnen ins Taxi steige, kann ich
ihr helfen, mit unserer chaotischen Freundin fertig‐
zuwerden.
Lass nie dein Getränk unbeaufsichtigt und geh nie
nachts allein nach Hause.
Das waren die beiden wohlmeinenden Ratschläge
meiner Mutter, als ich mit dem Studium an"ng, und wie an
jedem anderen Abend, an dem ich unterwegs bin und
trinke, klappern sie in meinem Hinterkopf wie eine geister‐
hafte Warnung. Normalerweise höre ich darauf.
Aber die kühle Oktoberluft fühlt sich so gut auf meiner
Haut an. Es wäre schade, eine der letzten schönen Nächte
des Jahres zu verschwenden, oder? Vielleicht ist es das
letzte Mal für Monate, dass ich bequem nach Hause laufen
kann, ohne zu frieren.
Ich schüttle den Kopf und lächle. «Mir wird nichts
passieren.»
«Wenn du schon nicht mitfährst, dann schick mir
wenigstens eine Nachricht, wenn du zu Hause bist.»
«Mach ich doch immer.»
Ich sehe das Taxi bereits die Straße entlangfahren, also
winke ich ihnen zum Abschied und drehe mich um, um in
die entgegengesetzte Richtung zu meiner Wohnung zu
gehen.
Die kühle Nachtluft wirkt nüchtern machend. Wenn
Beth die Last, Abby nach Hause zu bringen, allein hätte
tragen können, hätte es ihr vielleicht sogar geholfen. Mir
geht es jedenfalls schon besser als in der Bar. Wacher.
Aufmerksamer.
Diese Straßen sind mir so vertraut, dass ich sie wahr‐
scheinlich mit geschlossenen Augen entlanggehen könnte.
4 RUBY SCOTT
Da ist der Buchladen, der in ein paar Monaten zu einem
Starbucks werden soll. Auf der anderen Straßenseite die
kleine Boutique mit ihrem überteuerten Schmuck. Weiter
vorne das unabhängige Café, das verschwinden wird,
sobald der Starbucks erö!net. Und oben an der Ecke ist—
Mir stellen sich die Nackenhaare auf. Ein unerklärli‐
cher Schauer läuft mir den Rücken hinunter. Ich kann
nicht sagen, warum, aber etwas fühlt sich zutiefst falsch an.
Jeder Nerv in meinem Körper steht plötzlich unter Strom.
Jeder Muskel spannt sich an.
Hier stimmt etwas nicht.
Es ist dieses unausweichliche Gefühl, dass ich nicht
allein bin in der Dunkelheit. Ich weiß nicht, woher ich es
weiß. Aber ich bin nicht mehr allein auf dieser Straße.
Ich bin gerade an der Gasse zwischen dem Buchladen
und dem Bastelladen vorbeigegangen, und es ist etwas an
dieser Dunkelheit, das mir nicht gefällt. Sie wirkt
bedrohlich.
War das ein Schritt?
Ich bin mir sicher, dass ich etwas gehört habe. Ich drehe
den Kopf ein wenig, versuche hinter mich zu sehen, ohne
mich ganz umzudrehen, und meine Hand wandert zum
Verschluss meiner Handtasche. Was ist da drin? Habe ich
irgendetwas, womit ich mich verteidigen könnte?
Nicht viel. Geld, Kreditkarten, Schlüssel. Wahrschein‐
lich ein Lippenstift. Vielleicht ein oder zwei zerknüllte
Taschentücher.
Meine Finger streifen über das kalte Metall des
Verschlusses, und aus dem Augenwinkel bewegt sich etwas.
Eine Gestalt. Hell vor der Dunkelheit. Sie kommt auf
mich zu.
Etwas rammt mich, und ich $iege. Ich schlage auf dem
Bürgersteig auf, und mit dem Aufprall explodiert der
KÄMPFERIN IM HERZEN 5
Schmerz in meinem Körper. Der Beton schürft die
emp!ndliche Haut meiner Hand"ächen auf, meine Knie
brennen. Ich kneife die Augen fest zusammen, ziehe die
Knie an die Brust und rolle mich zusammen. Vielleicht
verschwindet derjenige, wenn ich ein kleineres Ziel bin.
Es funktioniert nicht. Natürlich nicht.
Jemand packt meine Schultern und zwingt mich auf
den Rücken. Ich muss Hilfe holen. Irgendjemand muss
wissen, was hier passiert. Mein Mund ö$net sich zum
Schreien, aber nichts kommt heraus. Alles, was ich scha$e,
ist ein Wimmern.
Bitte, lass das nicht das sein, was ich denke. Bitte
nicht so.
Heute Morgen war da dieser Nachrichtenartikel auf
meinem Handy. Eine Frau, vergewaltigt und ermordet auf
dem Heimweg von einer Spätschicht bei Burger King. Am
anderen Ende der Stadt, in einem der gefährlicheren Vier‐
tel. Ich hatte weitergescrollt, ohne den Artikel zu Ende zu
lesen. Weil mir so etwas nie passieren könnte. Nicht hier.
Lass nie dein Getränk unbeaufsichtigt und geh nie
nachts allein nach Hause.
«Gib mir die Tasche.»
Beim Klang der Stimme meines Angreifers ö$ne ich die
Augen und sehe zu ihm auf. Er ist jung. Zu jung für so
etwas. Zu jung, um Frauen nachts aufzulauern. Mit diesen
weichen braunen Haarsträhnen und dem kaum vorhan‐
denen Bart"aum sollte er in der Schule oder auf dem
College sein.
Er ist nur ein Kind. Genau wie die Kids, die ich nach‐
mittags bei McDonald’s herumhängen sehe. So jung, dass
er die weiten Jeans und den großen Mantel, die an ihm
herunterhängen, noch nicht einmal ausfüllt. Nur ein Junge.
«Die Tasche!», wiederholt er lauter. Seine Stimme
6 RUBY SCOTT
zittert. Ob vor Wut oder Angst, kann ich nicht sagen. «Gib
mir die verdammte Tasche!»
Er zieht ein Taschenmesser aus dem Mantel und stößt
es in Richtung des Riemens meiner Tasche, der von meiner
Schulter rutscht. Diese Tasche habe ich letztes Jahr von
meinen Freundinnen zum Geburtstag bekommen.
Das Messer fängt das Licht und glänzt bedrohlich.
Jeder Muskel in meinem Körper erstarrt. Ich will rennen.
Mehr als alles andere will ich weg von ihm. Aber ich kann
es nicht. Ich kann mich nicht einmal einen Zentimeter
bewegen.
Er reißt mir die Tasche weg. Ich zucke instinktiv
zurück. Er klappt sie auf und späht hinein, betrachtet den
Inhalt.
Ich könnte jetzt rennen. Er ist abgelenkt. Wenn ich
aufstehe, könnte ich es scha!en. Nur ein paar Blocks. Aber
selbst jetzt, selbst während er nicht hinsieht, kann ich mich
nicht bewegen. Meine Füße fühlen sich an, als wären sie in
Blei gegossen.
Und selbst wenn ich rennen könnte, hätte es keinen
Sinn. Meine Schlüssel sind in der Tasche. Ich komme nicht
an sie heran. Also bleibe ich einfach dort auf dem Boden
sitzen, zitternd, während er meine Handtasche durchwühlt.
Dann geht er vor mir in die Hocke.
«Was hast du noch?»
Das Messer zittert in seiner Hand, als er es näher an
mein Gesicht bringt. Ich weiche zurück und wimmere. Ich
habe nichts mehr. Ich trage kaum Bargeld bei mir. Nichts
von Wert.
Ich will es ihm nicht sagen.
Wenn ich zugebe, dass ich nichts mehr habe, was wird
er dann tun?
«Was noch, Schlampe?!», schreit er. Seine Stimme
KÄMPFERIN IM HERZEN 7
schneidet durch mich hindurch. Ich presse mich gegen die
Wand des Gebäudes, schüttle den Kopf und kneife die
Augen zu. Gott, ich will nur, dass es vorbei ist. Ich will die
Augen ö!nen und allein auf der Straße stehen. Ich will,
dass das alles nur ein lebhafter, beschissener Albtraum ist.
«Nichts!», schluchze ich. «Nichts!»
Er packt mein Handgelenk so fest, dass es schmerzt.
Seine Hand ist schweißnass, als er mich zu sich zieht. Ich
will kämpfen. Ich will weg. Aber ich kann nichts tun. Ich
kann nicht kämpfen, nicht rennen. Nicht einmal schreien.
Er beugt sich näher und betrachtet den goldenen Ring
an meinem Mittel"nger. Mir stockt der Atem, als er meine
Hand hin und her dreht, sodass der Ring das Straßenlicht
einfängt.
Irgendwie "nde ich trotz der lähmenden Angst meine
Stimme. «Bitte. Bitte nimm ihn nicht.»
Er sieht vom Ring auf und schaut mich an. Im Licht der
Straßenlaterne erkenne ich seine Augen. Ein ausgewasche‐
nes, kränkliches Grau. Eine gespenstische Imitation von
etwas Lebendigem. Sie verengen sich leicht. Dann stößt er
das Messer in meine Richtung in die Luft.
«Gib ihn mir.»
«Bitte», $üstere ich. «Meine Mutter hat mir diesen Ring
gegeben, bitte nicht—»
«Gib ihn mir!», schreit er, seine Stimme bricht. «Jetzt!»
Gib ihn ihm einfach.
Es ist nur ein Ring. Er ist mein Leben nicht wert. Ich
weiß das. Aber ich kann mich nicht bewegen. Also nimmt
er ihn sich.
Das Messer klirrt auf dem Bürgersteig, als er es fallen
lässt, um freie Hände zu haben. Er reißt mir den Ring vom
Finger. Das Metall zerrt an meiner Haut, und für einen
Moment glaube ich, er wird mir den Finger auskugeln.
8 RUBY SCOTT
Er betrachtet den Ring kurz, dann steckt er ihn
zufrieden ein. Er ist mehr wert als alles Geld auf meinen
Karten. Das Einzige von wirklichem Wert, das ich bei mir
hatte.
Bitte, !ehe ich stumm. Bitte, lass mich in Ruhe.
Er hat alles genommen. Ich habe nichts mehr. Ich habe
sein Gesicht gesehen. Ich könnte ihn identi"zieren. Weiß er
das? Weiß er, dass es ein Risiko ist, mich am Leben zu
lassen?
Wird er mich wegen dieses Rings umbringen?
Ich weiß nicht, wie lange ich dort sitze. Es fühlt sich
endlos an. Schließlich weicht er zurück. Seine Schritte
werden schneller, dann verklingen sie, als er um die Ecke
verschwindet.
Er ist weg.
Und jetzt, da ich allein bin, ist es, als würde sich ein
Strick um meinen Hals lockern, der mich stumm gehalten
hat. Das Schluchzen bricht aus mir heraus, und ich sacke
gegen die Wand.
Ich lebe.
Er hat mich am Leben gelassen.
Ich kann nicht hierbleiben. Ich bin schutzlos. Er könnte
zurückkommen. Ich brauche Hilfe.
Mein Handy.
Ich taste verzweifelt die Taschen meiner Jacke ab.
Fühle den vertrauten Klumpen. Gott sei Dank. Er hat mich
nicht gezwungen, meine Taschen zu leeren.
Meine Hände zittern so sehr, dass mir das Handy aus
den Fingern rutscht und auf dem Boden aufschlägt. Ich
kralle danach, der Beton schabt an meinen Fingerspitzen,
als ich es greife und immer wieder auf den Einschaltknopf
drücke.
Der Bildschirm leuchtet auf. 911. Es klingelt.
KÄMPFERIN IM HERZEN 9
Bitte, geh ran.
Einmal. Zweimal. Dreimal.
Wie lange soll ich hier sitzen, während die Kälte durch
meine Jeans kriecht?
Noch ein Klingeln. Bitte.
Ich ziehe die Knie an die Brust und halte sie fest. Vor
meinem inneren Auge sehe ich nur die Schlagzeile, an der
ich heute Morgen achtlos vorbeigescrollt bin. Hat sich diese
Frau auch so gefühlt?
Endlich stoppt das Klingeln.
«911. Was ist Ihr Notfall?»
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